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Strassenrennen

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GP Luzern
am 11. Mai 2019

CROSS-RACE

Cross-Race
GP Luzern
am 26. Dez. 2018

Events in 2018

09.05.   Mittwochabendrennen
17.05.   Radtest 1. Lauf
19.05.   Radtest 2. Lauf
03.11.   Afeno Quer und Bike Cup
26.12.   Cross-Race GP Luzern
TdS14-1Die Tour de Suisse ist entschieden. Dank einer taktischen Meisterleistung von Mathias Frank uns seinen IAM-Teamkollegen wurde die letzte Etappe zu einem Hitchcock-Finale. Der Roggliswiler wurde am Ende sehr guter Zweiter. Schneller war nur einer: Weltmeister Rui Costa.

„Das war die emotionalste Woche, die ich je erlebt habe“, erzählt Mathias Frank am Sonntagabend in Saas-Fee, nachdem er mit dem zweiten Gesamtrang an der Tour de Suisse sein bisher wertvollstes Karriere-Ergebnis realisiert hatte. Es waren in der Tat sehr turbulente Tage für den gebürtigen Roggliswiler. Nachdem seine schwangere Frau drei Tage vor der Tour de Suisse mit starken Bauchschmerzen ins Spital muss, wird er am frühen Montagmorgen Vater und ist mit den Gedanken und dem gepackten Koffer eigentlich bereits zu Hause. Da sich bei seiner Frau und der kleinen Laura nach der Frühgeburt allerdings alles bestens entwickelt, erlebt Frank einen Sinneswandel und steht wenig später wieder an der Startlinie. „Das tat ich nur, weil ich wusste, dass bei den beiden nun alles in Ordnung war. Zudem hatten wir vom Mittwoch bis Freitag unser Hotel nur fünf Minuten vom Spital in Bern entfernt. So konnte ich die beiden zumindest an diesen Tagen täglich sehen. Diese gemeinsamen Momente gaben mir enorm viel Kraft, die ich brauchte, um gegen das Schlafmanko anzukämpfen.“


Mit dem Einzelzeitfahren in Worb vom letzten Freitag beginnt schliesslich das alles entscheidende Wochenende. Frank weiss, dass er in dieser Disziplin starke Fortschritte gemacht hat und auch die Streckenführung kommt ihm entgegen. Er fährt in der Folge sein bisher bestes Zeitfahren, wird Etappenfünfter und verliert auf den Zeitfahrweltmeister Tony Martin nur 45 Sekunden. Auf Fabian Cancellara verliert er sogar nur vier Sekunden. Dank diesem Topresultat macht Frank in der Gesamtwertung einen Sprung auf Rang vier und will auf den letzten beiden Bergetappen angreifen. „Wir müssen am Samstag hinauf nach Verbier etwas versuchen. Am Sonntag ist der Schlussaufstieg zu wenig schwierig“, wagt Mathias Frank am Freitagabend eine erste Prognose.

TdS14-3Als einziger der Favoriten ist es dann schliesslich auch Frank, der den Leader drei Kilometer vor dem Ziel in Verbier attackiert. Er kommt allerdings nicht entscheidend weg und zeigt sich im Ziel enttäuscht: „Ich hatte nicht die besten Beine und Tony Martin machte einen sehr starken Eindruck. Wenn er am Sonntag wieder so fährt, wird es sehr schwierig, ihn zu schlagen.“

Vor der letzten Etappe am Sonntag sehen demnach viele den Deutschen Tony Martin, der seit der ersten Etappe im Leadertrikot fuhr, bereits als Gesamtsieger der Tour de Suisse. Nur Mathias Frank und seine Mannschaft IAM Cycling wollen sich noch nicht geschlagen geben. Und mit einer sackstarken Taktik schaffen sie es, den Deutschen aus dem Trikot zu fahren. Franks Teamkollegen Johann Tschopp und Marcel Wyss schaffen es früh in die Spitzengruppe und warten dort auf ihren Captain. Dieser zögert nicht bis zum letzten Aufstieg nach Saas-Fee sondert attackiert bereits am vorletzten Berg. Seine beiden Teamkollegen in der Fluchtgruppe lassen sich zurückfallen und helfen Frank, den Anschluss an die Spitze zu schaffen. Einziger Nachtteil: An Franks Hinterrad ist der Weltmeister Rui Costa, der von der ganzen Arbeit profitiert.

TdS14-2Schliesslich kommt es im finalen Aufstieg rund dreieinhalb Kilometer vor dem Ziel zum Showdown, als Frank erneut attackiert und versucht, Costa abzuhängen. Denn zu diesem Zeitpunkt ist der Roggliswiler virtueller Gesamtzweiter mit nur neun Sekunden Rückstand auf Costa. Der Weltmeister aus Portugal lässt sich aber nicht abschütteln, setzt zum Konter an und gewinnt schliesslich die letzte Etappe und somit die Tour de Suisse zum dritten Mal in Folge. Das hat vor ihm noch keiner geschafft. Für Frank, der die Etappe als Dritter beendet, bleibt am Ende der zweite Gesamtrang. Ein super Resultat. Nach der ersten leisen Enttäuschung über den verpassten Gesamtsieg, kann sich Frank bereits wieder freuen: „Ich bin sehr zufrieden und unglaublich stolz auf meine Teamkollegen. Wir sind heute als eine grosse Mannschaft aufgetreten. Zudem hatte ich für mich sicher nicht die idealste Vorbereitung und Erholung. Schlussendlich kann mir aber niemand vorwerfen, ich hätte es nicht probiert. Und eigentlich war alles, was nach der Geburt meiner Tochter kam, sowieso nur noch Bonus.“

 

Bericht: Thomas Winterberg

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